PILLEN DAVOR? PILLEN DANACH? WAS SOLL DAS?
manCheck Berlin Info
In letzter Zeit werden neue „Präventionsmethoden“, also Methoden zur Vorbeugung einer Infektion, wie PrEP und PEP verstärkt diskutiert. Was steht hinter diesen Kürzeln? Kann man sich damit vor einer HIV-Infektion schützen?
[
bedeutet: Weiterführender Link]
PrEP Prä-Expositions-Prophylaxe (Pillen davor)
PEP Post-Expositions-Prophylaxe (Pillen danach – und zwar mindestens 30 Tage lang).
Was kostet das Ganze?
Und wer zahlt das?
Resistenzen – gilt für beide:
Fazit
Prä-Expositions-Prophylaxe (Pillen davor).
Hier wird versucht, durch Einnahme antiviraler Medikamente vor einem Risikokontakt einer HIV-Infektion vorzubeugen. Also Pillen rein, ein paar Stunden warten und dann Sex?![]()
Niemand kann bisher sicher sagen, ob das funktioniert. Zwar gibt es viel versprechende Ergebnisse aus Tierversuchen. Beim Menschen sieht das anders aus, ein klarer Beweis der Wirksamkeit fehlt bislang.
Auch zu bedenken ist: Beim aktuellen Stand der Heilkunst gibt es keine medikamentöse Wirkung ohne Nebenwirkung.
Heute schon ist klar: Kondome sind wirksame Mittel zum Schutz vor einer HIV-Infektion, und sie haben deutlich weniger Nebenwirkungen als alle bekannte Medikamente gegen HIV, ob vor oder nach Exposition (Kontakt mit dem Virus) oder Infektion.![]()
Post-Expositions-Prophylaxe – Pillen danach.
Und zwar mindestens 30 Tage lang.
PEP bedeutet, nach einem eindeutigen Risikokontakt vier Wochen lang täglich eine Dreifach-Kombination gegen HIV gerichteter Medikamente konsequent einzunehmen, um zu verhindern, dass HIV in Körperzellen eindringen kann. Wichtig ist hier, möglichst schnell nach dem Risikokontakt mit der Einnahme zu beginnen.![]()
Die Kombinationstherapie muss zur PEP vier Wochen lang eingenommen werden. Auch hier gilt: Medikamente haben Nebenwirkungen. Mal mehr, mal weniger. Mal heftiger, mal schwächer. Das ist bei jedem anders. Häufig sind die Nebenwirkungen gerade in den ersten paar Wochen nach Therapiestart besonders heftig, weil unsere Entgiftungsorgane einige Wochen benötigen, um ihre volle Leistung zu erreichen.
Spätestens nach den ersten vier bis sechs Wochen sind die meisten heutigen Medikamentenkombinationen gegen HIV einigermaßen verträglich; die PEP wird aber nur in der Zeit verstärkter Nebenwirkungen eingenommen.
Daher ist die Zahl der Leute groß, die vor Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen, Bauch- und Kopfschmerzen kapitulieren und die PEP nicht die gesamten vier Wochen einnehmen. Das sollte man sich besser in Ruhe vor dem Eintreten eines solchen Notfalls überlegen:
Wer nicht bereit ist, trotz eventuell auftretender Nebenwirkungen die gesamten vier Wochen lang durchzuhalten, kann sich den Aufwand auch gleich ganz sparen.![]()
Den Beispielen liegen jeweils Mengen für einen Monat und Marktpreise einer Internetapotheke zugrunde.
Die bisher für die PrEP in Studien eingesetzten Substanzen heißen Viread (Medikament mit einem Wirkstoff) oderTruvada (Medikament mit zwei Wirkstoffen, schnitt im Tierversuch besser ab).
|
Viread® 30 Filmtabl. (N2) |
501,74€ |
|
Truvada® 30 Filmtabl. (N2) |
792,50€ |
Ein Beispiel einer gängigen, zur PEP eingesetzten Kombination:
|
Combivir® 60 Filmtabl. (N3) |
657,00€ |
|
Kaletra® 120 Filmtabl. (N1) |
811,46€ |
Macht für die PEP schlappe 1468,46 €![]()
In bestimmten Fällen bei der PEP die Krankenkasse. Eine PrEP immer du selbst, falls sie dir jemand verschreibt. Schwarzmarkt? Ganz böse Falle! Im günstigsten Fall nur Traubenzucker …![]()
Durch Fehler bei der Einnahme antiviraler Medikamente kann die Resistenzentwicklung unterstützt werden. Wer bereits unwissentlich infiziert ist und eine PrEP mit Truvada oder gar mit der Einzelsubstanz Viread versucht, züchtet Resistenzen (weil für die Therapie der HIV-Infektion stärkere Kombinationen benötigt werden). Bei der späteren Behandlung der HIV-Infektion erschwert eine Resistenz gegen antivirale Wirkstoffe die weitere Therapie. Heißt: Wenn´s dich dann mal erwischt, sind in dem Fall einige Medikamente möglicherweise wirkungslos, weil das Virus sich schon dran angepasst hat. Wenn man sich also einem dieser Experimente unterzieht, dann sollte man sich sehr genau an die Einnahmevorschriften halten. Und man muß sicher sein können, dass man nicht bereits mit HIV infiziert ist.
Es gibt bestimmt Situationen, in denen PEP oder PrEP sinnvoll zu nutzende Möglichkeiten sind. Ein gleichwertiger Ersatz für das Kondom und Safer Sex bei freiwilligen, selbstbestimmten sexuellen Kontakten sind sie mit großer Sicherheit nicht.![]()
Fazit
Deine Entscheidung: Ist es das wert? Was bist du dir wert?
Also? Ist doch alles ganz einfach:
Ficken nur mit Gummi. Blasen: Raus bevor´s kommt
Schlagwörter: AIDS, Übertragung, Expositions, HIV, Infektion, mancheck, PEP, Post, Pre, PREP, Prophylaxe, Safer, Sex, verhindern